Heroinsucht vorbeugen

Heroin ist ein halbsynthetisches Opioid und wird aus Rohopium gewonnen. Heroin wird heute in der Schweiz nur noch selten konsumiert. Es hat – zu Recht – einen sehr schlechten Ruf.

Wie kann man Heroinsucht verhindern?

Es gibt verschiedene wirkungsvolle Massnahmen, um einer Sucht vorzubeugen (Suchtprävention). Sie setzen auf zwei Ebenen an. Bei den gesellschaftlichen Verhältnissen und beim persönlichen Verhalten.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass folgende Massnahmen präventiv wirken:

  • Information und Aufklärung über Risiken
  • Beratung und Suchtbehandlungen leicht zugänglich machen
  • Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen, etwa in Betrieben, Schulen und Gemeinden

Was schützt Menschen vor Sucht? Diese Massnahmen auf persönlicher Ebene tragen dazu bei:

  • Entwicklung und Stärkung von Lebenskompetenzen wie z.B. Gefühle regulieren, Stress bewältigen, kreativ und kritisch denken, Probleme lösen, Frust aushalten, sich in andere einfühlen, kommunizieren
  • Stärkung von verlässlichen und guten Beziehungen (in Schule, Familie, Partnerschaft, Freundschaft, berufliches Umfeld, etc.)

Risiken

Heroin wird von Fachleuten als die gefährlichste Substanz überhaupt angesehen). Das Risiko, daran zu sterben, ist sehr hoch im Vergleich zu anderen Substanzen. Todesursache ist meist eine Überdosierung. Heroin macht schnell und sehr stark abhängig. Die Abhängigkeit betrifft die Psyche und den Körper. Bei regelmässigem Gebrauch bildet der Körper relativ rasch eine Toleranz, so dass immer mehr Heroin benötigt wird. Oft wird das 10- bis 30-Fache der anfänglichen Dosis eingenommen. Insbesondere für neu Konsumierende (oder nach längerer Abstinenz) liegt die tödliche Dosis der reinen Substanz bei lediglich 60mg.

Heroin, welches auf dem Schwarzmarkt gekauft wird, weist meist einen sehr tiefen Reinheitsgrad auf (zwischen 15 und 25%). Es enthält zusätzlich verschiedene Streckmittel, die ebenfalls unkalkulierbare gesundheitliche Risiken mit sich bringen können.

Besonders gefährlich ist die Atemdepression, welche Heroin bewirkt. Das bedeutet, dass die Atmung erschwert wird. Weil der Rausch so intensiv ist, kann es passieren, dass dies gar nicht bemerkt wird. Je nach Dosierung, Gewöhnung und Veranlagung, kann die Atmung ganz unterdrückt werden, so dass man im Rausch erstickt. Ausserdem bewirkt Heroin oft Übelkeit bis hin zu Erbrechen. Das Erbrochene kann die Atmung zusätzlich behindern und so zum Erstickungstod führen.
Weitere körperliche Folgen sind: Abfallen des Blutdrucks, starke Verengung der Pupillen, Juckreiz und Harnverhalt (Unfähigkeit die Blase teilweise oder ganz zu entleeren).

Bei regelmässigem Konsum sind häufige Folgen: ein schlechter Allgemeinzustand, Herzerkrankungen, Tuberkulose, wiederholte Überdosierungen, Traumatisierungen, Verwirrung, Erinnerungslücken, Koordinationsschwierigkeiten und Sprachstörungen. Typisch sind ausserdem eine chronische Verstopfung und eine Verringerung der Libido. Der intravenöse Konsum ist häufig Auslöser für Spritzenabszesse, Hepatitis und HIV.

Besteht eine körperliche Abhängigkeit kommt es innert 8 bis 12 Stunden zu sehr starken Entzugssymptomen. Sie äussern sich z. B. in Schweissausbrüchen, Schüttelfrost, Nasenlaufen, Herzrasen, Bluthochdruck, Durchfall, Erbrechen, Unruhe und Gereiztheit, Muskelschmerzen, Muskel- und Magenkrämpfen. Weiter treten Schlafstörungen, Angststörungen und depressive Verstimmung auf. Im Extremfall kann es auch zu Halluzinationen und psychotischen Phasen kommen.

Weil Heroin teuer ist, sind bei Süchtigen Beschaffungskriminalität und Prostitution häufig. Die therapiegestützte Abgabe von Heroin oder von verschiedenen Ersatzstoffen (Substitutionstherapie) für schwer Süchtige, haben in der Schweiz zu einem deutlichen Rückgang der Beschaffungskriminalität und der Sterblichkeit sowie zur Verbesserung des Gesundheitszustandes von Heroinabhängigen geführt.

Wie kann man risikoarm Heroin konsumieren?

Heroin ist illegal. Für den Schwarzmarkt gelten keine Vorschriften. Darum weiss man nicht, wie rein das Heroin ist, welche Streckmittel verwendet werden und wie dosiert werden muss. Zudem macht Heroin rasch süchtig und der Konsum hat weitere, sehr hohe gesundheitliche und soziale Risiken. Insbesondere ist die Gefahr einer tödlichen Überdosierung vorhanden. Aus all diesen Gründen ist vom Heroinkonsum stark abzuraten.
Wenn dennoch Heroin konsumiert wird, sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

• nur Produkte konsumieren, deren Qualität man kennt (Drug Checking benutzen)
• möglichst wenig pro Mal und möglichst selten konsumieren
• Heroin zu schnupfen ist die risikoärmste Konsumform, aber auch hier kann es zu tödlichen Überdosierungen kommen
• bei intravenösem Konsum keine Spritzen tauschen
• nicht allein konsumieren, damit im Notfall jemand Hilfe leisten kann.
• nicht mit anderen Drogen, Medikamenten oder Alkohol mischen

Mehr Informationen zu Safer Use finden sich hier.

Wie erkennt man eine Heroinsucht?

Eine Heroinabhängigkeit ist eine Krankheit, die nur durch eine Fachperson diagnostiziert werden kann. Gemäss dem Internationalen Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen (ICD-10) müssen für eine Suchtdiagnose innerhalb der letzten 12 Monate mindestens drei der folgenden Symptome erfüllt sein:

  • starker Wunsch oder Zwang Heroin zu konsumieren
  • Kontrollverlust in Bezug auf Konsumzeit und -menge
  • mindestens ein körperliches Entzugssymptom bei Konsumreduktion
  • Toleranzentwicklung (es braucht immer mehr Heroin, um die gewünschte Wirkung zu erzielen)
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Heroinkonsums
  • anhaltender Konsum trotz eindeutiger Folgeschäden

Was kann man tun, bei Herionsucht?

Ein Ausstieg aus der Heroinsucht ist möglich. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die auf die Persönlichkeit der Betroffenen sowie ihre Situation eingehen. Suchtberatungsstellen stehen übrigens nicht nur Suchterkrankten offen, sondern unterstützen auch Angehörige im Umgang mit ihrer sehr belastenden Situation.
Schwerstabhängige können im Rahmen einer therapeutischen Abgabe kontrolliertes Heroin oder andere Stoffe als Substitution erhalten. Studien zeigen, dass damit der Druck zur Beschaffungskriminalität sowie die gesundheitlichen Risiken wesentlich reduziert werden können. Die Sterblichkeitsrate nimmt durch diese Programme stark ab und die soziale Reintegration von Schwerstsüchtigen wird erleichtert.

Zahlen und Fakten

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173 Menschen starben 2017 an Drogen. Die meisten wegen einer Überdosis Heroin.
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0.7% der Bevölkerung ab 15 Jahren gibt an, bereits einmal Heroin konsumiert zu haben.
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Gemäss Fachleuten nimmt Heroin den ersten Platz auf der Liste gefährlicher Drogen ein.

Hilfe bei Suchtproblemen

Für Menschen mit Suchtproblemen

Beratungsstellen im Kanton Zürich

Wir machen Sucht-Prävention.  Wir machen keine Sucht-Beratung.

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