Kokain
Sucht vermeiden

Kokain kann sehr stark abhängig machen. Eine Kokainsucht bringt meist körperliche, psychische und/oder soziale Probleme mit sich. Darum gilt Kokain als eine der problematischsten illegalen Substanzen.

Kurz erklärt

Videoclip von Sucht Schweiz

Wie kann man Kokainsucht verhindern?

Es gibt verschiedene wirkungsvolle Massnahmen, um einer Sucht vorzubeugen (Suchtprävention). Sie setzen auf zwei Ebenen an. Bei den gesellschaftlichen Verhältnissen und beim persönlichen Verhalten.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass folgende Massnahmen präventiv wirken:

  • Information und Aufklärung über Risiken
  • Beratung und Suchtbehandlungen leicht zugänglich machen
  • Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen, etwa in Betrieben, Schulen und Gemeinden

Es gibt Fachleute, die für die Legalisierung des Konsums und teilweise auch für streng regulierte legale Abgabemöglichkeit für Kokain plädieren. Dies mit dem Argument, dass so die gesellschaftliche Ausgrenzung Süchtiger und die Folgeprobleme des unkontrollierten Schwarzmarkts (z. B. verunreinigter Stoff, Kriminalität) reduziert werden könnten. Da Kokain weltweit als illegale Substanz gehandhabt wird, gibt es kaum Erfahrungen, zu den Erfolgsaussichten und Folgen.

Was schützt Menschen vor Sucht? Diese Massnahmen auf persönlicher Ebene tragen dazu bei:

  • Entwicklung und Stärkung von Lebenskompetenzen wie z.B. Gefühle regulieren, Stress bewältigen, kreativ und kritisch denken, Probleme lösen, Frust aushalten, sich in andere einfühlen, kommunizieren
  • Stärkung von verlässlichen und guten Beziehungen (in Schule, Familie, Partnerschaft, Freundschaft, berufliches Umfeld, etc.)

Was sind die Risiken von Kokainkonsum?

Die meisten Konsumierenden benützen Kokain nur gelegentlich bei besonderen Anlässen. Aber: Kokain hat ein hohes Suchtpotenzial. Schätzungen gehen davon aus, dass knapp 21% der gelegentlich Kokain Konsumierenden eine Abhängigkeit entwickeln, also eine von fünf Personen. Im Gegensatz zu beispielsweise Alkohol kommt es bei Kokain offenbar deutlich schneller zu einer Abhängigkeit (Quednow, Herdener 2019). Kokainkonsum birgt psychische, soziale und auch beträchtliche körperliche Risiken. Aus all diesen Gründen wird Kokain von Expert*innen als die zweitgefährlichste Substanz nach Heroin angesehen (Nutt et al. 2007).

Kokain kann den Körper schädigen. Es kann Krampfanfälle hervorrufen oder bestehende Krampfleiden verschlimmern. Bewegungsstörungen können auftreten und verschiedene Tics ausgelöst werden. Besonders problematisch ist die Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem: Kokainkonsum kann zu Hirnblutungen sowie Hirn- und Herzinfarkten führen. Dabei ist offenbar die Kombination mit Alkohol besonders gefährlich. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen akuten Herztod um das 24-fache, wenn Kokain zusammen mit Alkohol konsumiert wird.

Besonders nach längeren und intensiven Konsumphasen wird häufig ein so genannter Crash beobachtet. Die Konsumierenden empfinden keine Freude oder Lust mehr, fühlen sich depressiv und/oder ängstlich sowie leicht reizbar. Gedanken an Suizid können auftauchen. Diese Gefühle sind verbunden mit einem sehr starken Verlangen, wieder Kokain zu konsumieren (Craving). Solche Kokainentzugssymptome können über mehrere Wochen hinweg fortbestehen.

Problematisch ist ausserdem die häufige Verunreinigung des Kokains mit verschiedenen Streckmitteln durch Drogendealer. Streckmittel können schwere gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Häufig verwendet wird Levamisol. Dieses Entwurmungsmittel hat gefährliche Nebenwirkungen (z. B. Unterdrückung des Immunsystems gegen schwere Infektionen, Verschluss kleiner Blutgefässe, Blutdruckerhöhung) und ist darum auch zur Entwurmung nicht mehr zugelassen.

Ähnlich wie beim Cannabiskonsum, zeigt sich auch bei Kokain, dass ein frühes Einstiegsalter mit sehr viel stärkeren kognitiven Beeinträchtigungen (also Problemen mit der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Handlungsplanung u. ä.) einhergeht, als ein später Beginn. Offenbar sind solche Schädigungen eher bleibend, wenn man bereits jung mit dem Konsum beginnt.

Die Forschung beobachtet auch soziale Störungen als Folge des Kokainkonsums. So haben etwa chronisch Kokain Konsumierende Schwierigkeiten, Gefühle und Stimmungen bei anderen Personen richtig einzuschätzen und können weniger gut Mitgefühl für andere Personen empfinden. Letzteres wurde auch bei nur gelegentlich Kokain Konsumierenden festgestellt. Ausserdem verhielten sie sich in Studien weniger hilfsbereit.

Regelmässig Kokain Konsumierende haben häufig Geldprobleme, denn Kokain ist teuer. Dies kann weitere Probleme nach sich ziehen, wie Schulden, familiäre Probleme oder gar Kriminalität.

Wie kann man risikoarm Kokain konsumieren?

Kokain ist illegal. Für den Schwarzmarkt gelten keine Vorschriften. Darum weiss man nicht, wie rein das Kokain ist, welche Streckmittel verwendet werden und wie dosiert werden muss. Zudem macht Kokain rasch süchtig und der Kokainkonsum hat weitere hohe gesundheitliche und soziale Risiken. Aus all diesen Gründen ist vom Kokainkonsum stark abzuraten.

Wenn dennoch Kokain konsumiert wird, sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

  • nur Produkte konsumieren, deren Qualität man kennt (Drug Checking benutzen)
  • möglichst wenig pro Mal und möglichst selten konsumieren
  • Safer-Sniffing und Safer-Sex-Regeln beachten
  • Genug Flüssigkeit zu sich nehmen, um Überhitzung zu vermeiden.
  • Nie im Zusammenhang mit dem Lenken von Fahrzeugen oder anderen Tätigkeiten, die eine erhöhte Aufmerksamkeit oder Konzentration erfordern konsumieren
  • Nicht mit anderen Drogen, Medikamenten oder Alkohol mischen

Mehr Informationen zu Safer Use finden sich hier.

Jugendliche sollten nie Kokain konsumieren.

  • Die Hirnentwicklung ist im Jugendalter noch in vollem Gang. Kokain kann diese Entwicklung empfindlich stören. In der aktuellen Forschung spricht vieles dafür, dass diese Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
  • Ein früher Konsumbeginn erhöht ausserdem das Risiko, eine Abhängigkeit und bleibende Schäden zu entwickeln.

Wie erkennt man eine Kokainsucht?

Eine Kokainabhängigkeit ist eine Krankheit, die nur durch eine Fachperson diagnostiziert werden kann. Gemäss dem Internationalen Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen (ICD-10) müssen für eine Suchtdiagnose innerhalb der letzten 12 Monate mindestens drei der folgenden Symptome erfüllt sein:

  • Starker Wunsch oder Zwang Kokain zu konsumieren
  • Kontrollverlust in Bezug auf Konsumzeit und -menge
  • Mindestens ein körperliches Entzugssymptom bei Konsumreduktion
  • Toleranzentwicklung (es braucht immer mehr Kokain, um die gewünschte Wirkung zu erzielen)
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Kokainkonsums
  • Anhaltender Konsum trotz eindeutiger Folgeschäden

Hinweis: Im Gegensatz zu beispielsweise Alkohol ist die Toleranzentwicklung weniger ausgeprägt und es entwickeln sich kaum körperliche Entzugssymptome. Allerdings sind die psychischen Folgen bei einem Kokainentzug oftmals sehr stark und können durch eine deutliche Depressivität und Erschöpfung geprägt sein.

Unser Selbsttest bietet die Möglichkeit, den eigenen Konsum kritisch zu beleuchten.

Was kann man tun, bei Kokainsucht?

Ein Ausstieg aus der Kokainsucht ist möglich. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die auf die Persönlichkeit der Betroffenen sowie ihre Situation eingehen. Beratungsangebote stehen übrigens nicht nur Suchterkrankten offen, sondern unterstützen auch Angehörige im Umgang mit ihrer oftmals sehr belastenden Situation. Beratungsfinder öffnen

Zahlen und Fakten

Das Risiko eines plötzlichen Herztodes steigt um das 24-fache, wenn Kokain mit Alkohol gemischt wird.
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Über 4% der Bevölkerung geben an, bereits einmal Kokain konsumiert zu haben. Die Dunkelziffer ist vermutlich höher.
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Weil Kokain stark abhängig macht und schädliche Nebenwirkungen hat, wird Kokain von Experten als die zweitgefährlichste Substanz nach Heroin angesehen.
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Von über 70 untersuchten Städten weltweit, liegt Zürich auf dem 4. Platz, was die Menge pro Kopf an konsumiertem Kokain betrifft.
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Beratung bei Suchtproblemen

Konsum noch im Griff?

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Unser Selbsttest hilft, den eigenen Konsum besser einzuschätzen.

Für Menschen mit Suchtproblemen

Sucht-Behandlung im Kanton Zürich

Wir machen Sucht-Prävention.  Wir machen keine Sucht-Behandlung.

Menschen mit Suchtproblem und ihre Angehörigen finden Hilfe bei den Suchtberatungsstellen. Unser Beratungsfinder hilft Ihnen, ein passendes Angebot zu finden.

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