Alkoholsucht vorbeugen

Die meisten Menschen in der Schweiz trinken Alkohol massvoll oder gar nicht. Alkohol kann allerdings sehr stark abhängig machen. Übermässiger Alkoholkonsum schadet dem Körper und verursacht viel persönliches Leid. Auch die wirtschaftlichen Kosten sind beträchtlich. Suchtprävention ist möglich und lohnt sich.

Das Wichtigste in Kürze

Videoclip von Sucht Schweiz

Wie kann man Alkoholsucht verhindern?

Es gibt viele wirkungsvolle Massnahmen, um einer Sucht vorzubeugen (Suchtprävention). Sie setzen auf zwei Ebenen an. Bei den gesellschaftlichen Verhältnissen und beim persönlichen Verhalten.

  • Es ist wissenschaftlich sehr gut belegt, dass folgende Massnahmen riskanten Alkoholkonsum vermindern und präventiv wirken:
  •  Den Verkauf von Alkohol beschränken (z. B. Verkauf an Minderjährige verbieten, Verkaufszeiten und Verkaufsstellen begrenzen, Werbeverbote)
  • Preise erhöhen. Das gilt insbesondere bei Billigalkohol, der v.a. für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv ist
  • Werbung beschränken oder verbieten
  • Alkohol im Strassenverkehr limitieren und kontrollieren (Zufallskontrollen, Nulltoleranz bei jungen und professionellen Fahrer*innen etc.)
  • Information und Aufklärung über Risiken
  • Beratung und Suchtbehandlungen leicht zugänglich machen
  • Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen, etwa in Betrieben, Schulen und Gemeinden

Wer massvoll oder gar nicht Alkohol trinkt, wird kein Suchtproblem entwickeln. Was braucht es, damit Menschen massvoll konsumieren können? Diese Massnahmen auf persönlicher Ebene tragen dazu bei:

  • Entwicklung und Stärkung von Lebenskompetenzen wie z. B. Gefühle regulieren, Stress bewältigen, kreativ und kritisch denken, Probleme lösen, Frust aushalten, sich in andere einfühlen, kommunizieren
  • Stärkung von verlässlichen und guten Beziehungen (in Schule, Familie, Partnerschaft, Freundschaft, Beruf etc.)

Sucht entsteht nie aus nur einem Grund und es gibt keine einfachen Rezepte, wie Sucht verhindert werden kann. Es ist jedoch wissenschaftlich belegt, dass Jugendliche weniger häufig ein Suchtproblem entwickeln,

  • wenn sie eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Eltern haben.
  • wenn ihre Eltern Bescheid darüber wissen, was die Kinder in ihrer Freizeit unternehmen und mit wem sie unterwegs sind.
  • wenn ihre Eltern Regeln zum Alkoholkonsum mit den Kindern vereinbaren.
  • wenn sie spät mit dem Alkoholtrinken beginnen.
  • wenn die Eltern einen massvollen Konsum vorleben.

Lesen Sie auch unsere Broschüre zum Thema

Was sind die Risiken von Alkoholkonsum?

Alkohol ist in der Schweiz sowohl Genuss- als auch Rauschmittel. Dies macht den Umgang damit besonders anspruchsvoll. Die Grenzen zwischen Genuss, missbräuchlichem Konsum, und einer Alkoholabhängigkeit sind fliessend. Übermässiger Alkoholkonsum hat viele Risiken.

Ein übermässiger Alkoholkonsum ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. So werden zum Beispiel das Herz und der gesamte Kreislauf, die Leber, das Gehirn und weitere Organe geschädigt. Alkohol ist auch krebserregend und begünstig z. B. Speiseröhren-, Mundhöhlen- sowie Dickdarm und Leberkrebs. Bei Frauen erhöht sich auch das Risiko an Brustkrebs zu erkranken.

Übermässiger Alkoholkonsum verursacht zahlreiche soziale Probleme und führt z. B. zu belasteten familiären Verhältnissen, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Unfällen. Schweizweit sind schätzungsweise zehntausende Kinder durch die Alkoholsucht eines oder beider Elternteile betroffen. Viele leiden im Stillen und kämpfen häufig als Erwachsene mit Problemen.

Der wirtschaftliche Schaden, der durch Alkohol verursacht wird, ist beträchtlich. Allein in der Schweiz belaufen sich diese Kosten auf rund 4.2 Milliarden Franken jährlich, etwa durch Arbeitsausfall oder Krankheitsbehandlung. Etwa 80% davon müssen durch Betriebe getragen werden. Die Aussage, dass eine Einschränkung des Alkoholkonsums «die Wirtschaft» schädige ist daher sehr undifferenziert.

Wie kann man risikoarm Alkohol konsumieren?

Für einen risikoarmen Konsum wird vom Bundesamt für Gesundheit empfohlen:

  • Nicht mehr als 2 Gläser pro Tag (ein Glas entspricht dabei ca. 3dl Bier, etwas mehr als 1dl Wein, knapp 4cl Schnaps)
  • Mindestens 2 alkoholfreie Tage pro Woche
  • Wenn es ausnahmsweise einmal mehr wird, nicht mehr als 5 Gläser pro Gelegenheit
  • Kein Alkohol im Strassenverkehr, beim Bedienen von Maschinen und bei anderen Tätigkeiten mit erhöhtem Unfallrisiko
  • Vorsicht bei gleichzeitigem Medikamentenkonsum. Die Wirkung vieler Medikamente kann durch Alkohol negativ beeinflusst werden oder umgekehrt.
  • Junge Männer sind besonders häufig in Unfälle und Gewalttaten im Zusammenhang mit Alkohol verwickelt. Rauschtrinken (mehr als 5 Getränke) ist bei jungen Erwachsenen besonders häufig und führt zu mehr Unfällen und Verletzungen. Alkohol ist darum in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen die häufigste Todesursache überhaupt.
  • Nicht mehr als 1 Glas pro Tag (ein Glas entspricht dabei ca. 3dl Bier, etwas mehr als 1dl Wein, knapp 4cl Schnaps)
  • Mindestens 2 konsumfreie Tage pro Woche
  • Wenn es ausnahmsweise einmal mehr wird, nicht mehr als 4 Gläser pro Gelegenheit
  • Kein Alkohol im Strassenverkehr, beim Bedienen von Maschinen und bei anderen Tätigkeiten mit erhöhtem Unfallrisiko
  • Vorsicht bei gleichzeitigem Medikamentenkonsum. Die Wirkung vieler Medikamente kann durch Alkohol negativ beeinflusst werden oder umgekehrt.
  • Junge Frauen sind häufiger als ältere in Unfälle und Gewalttaten im Zusammenhang mit Alkohol verwickelt. Insbesondere Rauschtrinken (mehr als 4 Getränke) führt zu mehr Unfällen und Verletzungen. Alkohol ist darum in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen die häufigste Todesursache überhaupt.

Mit dem Älterwerden baut der Körper Alkohol weniger gut ab. Warum? Der Stoffwechsel verlangsamt sich und das Verhältnis von Körperflüssigkeit und Fettanteil verändert sich, was den Alkoholpegel im Blut erhöht. Trinkmengen, die früher gut vertragen wurden, können darum plötzlich zu viel sein. Häufig müssen im Alter auch Medikamente eingenommen werden, die zu gefährlichen Wechselwirkungen führen können. Ältere Menschen sollten darum ihren Konsum überprüfen und nur noch vorsichtig konsumieren.

Kinder und Jugendliche sollten aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol konsumieren.

  • Alkohol kann die Entwicklung des Körpers, insbesondere des Gehirns, empfindlich stören. Dies kann bleibende Schäden nach sich ziehen.
  • Ein früher Konsumbeginn erhöht ausserdem das Risiko, später ein Alkoholproblem zu entwickeln.
  • Wegen Alkohol kommt es auch zu deutlich mehr Unfällen und Gewalttaten. Darum ist Alkohol in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen die häufigste Todesursache überhaupt.

Es ist bislang nicht restlos geklärt, wie genau Alkohol dem ungeborenen Kind schadet. Sicher ist, dass wegen Alkohol jedes Jahr viele Kinder mit gesundheitlichen Schäden zur Welt kommen. Ein Verzicht auf Alkohol ist in der Schwangerschaft sehr zu empfehlen. Wer bei einer besonderen Gelegenheit trotzdem einmal trinkt, soll die Menge auf ein absolutes Minimum beschränken.
Auch in der Stillzeit wird vom Alkoholkonsum abgeraten, da Alkohol über die Muttermilch in den Körper des Kindes gelangt. Wird in der Stillzeit trotzdem einmal Alkohol konsumiert, gilt diese Faustregel: Nicht mehr als ein Glas, mindestens drei Stunden vor dem Stillen.

Wie erkennt man Alkoholismus?

Eine Alkoholsucht ist eine Krankheit, die nur durch eine Fachperson diagnostiziert werden kann. Gemäss dem Internationalen Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen (ICD-10) müssen für eine Suchtdiagnose innerhalb der letzten 12 Monate mindestens drei der folgenden Symptome erfüllt sein:

  • Starker Wunsch oder Zwang zu Trinken
  • Kontrollverlust in Bezug auf Konsumzeit und -menge
  • Mindestens ein körperliches Entzugssymptom bei Konsumreduktion
  • Toleranzentwicklung (es braucht immer mehr Alkohol, um die gewünschte Wirkung zu erzielen)
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Trinkens
  • Anhaltendes Trinken trotz eindeutiger Folgeschäden

Unser Selbsttest bietet die Möglichkeit, den eigenen Konsum kritisch zu beleuchten.

Was kann man tun, bei Alkoholsucht?

Die Alkoholsucht ist eine sehr gut erforschte Krankheit. Ein Ausstieg aus der Sucht ist möglich. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die auf die Persönlichkeit der Betroffenen sowie ihre Situation eingehen. Beratungsangebote stehen übrigens nicht nur Suchterkrankten offen, sondern unterstützen auch Angehörige im Umgang mit ihrer oftmals sehr belastenden Situation. Beratungsfinder öffnen

Zahlen und Fakten

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Todesursache Nummer 1: 15- 24-Jährige sterben am häufigsten im Zusammenhang mit Alkoholkonsum.
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22 Prozent der Schweizer Bevölkerung trinken so, dass sie ihre eigene Gesundheit oder die anderer gefährden.
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Schätzungsweise 250'000 Menschen in der Schweiz sind alkoholabhängig.

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Für Menschen mit Suchtproblemen

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