Alkoholsucht vorbeugen
Alkohol kann abhängig machen. Nach heutigem Wissensstand hat Alkohol keine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Darum empfehlen Fachleute: Weniger ist besser.
Alkohol ist eine psychoaktive Substanz. Sie wird durch das Vergären von Zucker aus diversen Grundstoffen – häufig aus Früchten – gewonnen.
Alkohol gelangt vom Magen ins Blut und von dort ins Gehirn. Dort beeinfluss er die Signalübermittlung der Nerven. Zuerst überwiegen meist als angenehm erlebte Effekte wie gute Laune und Enthemmung. Trinkt man mehr, treten häufig unsichere Bewegungen, undeutliche Sprache, geistige Abwesenheit oder Aggressivität auf. Trinkt man sehr viel auf einmal kommt es zur Alkoholvergiftung. Das ist lebensbedrohlich und erfordert sofortige Einweisung ins Spital.
Wie stark und wie schnell jemand die Wirkung spürt, ist unterschiedlich: So haben z.B. das Gewicht, persönliche Verträglichkeit, die aktuelle Situation sowie allfällige Wechselwirkungen mit Medikamenten oder anderen Substanzen einen Einfluss.
Alkohol ist in der Schweiz legal. Es gibt verschiedene Vorschriften zum Schutz der Jugend. So darf Alkohol nicht an Kinder verkauft oder abgegeben werden. An Jugendliche ab 16 Jahren dürfen Bier, Wein, saurer Most verkauft werden; Schnäpse und Drinks ab 18 Jahren. Wir unterstützen Gastro und Verkauf beim Jugendschutz.
suchtschweiz.chSucht Schweiz stellt Fakten und Zahlen zum Thema Alkohol in der ganzen Breite dar
alkoholkonsum.chWebsite von Sucht Schweiz für Menschen mit Alkoholproblemen und ihre Angehörigen
alkoholamarbeitsplatz.chWebsite zum Thema Alkohol am Arbeitsplatz
kinder-eltern-sucht.chWebsites für Eltern und für Kinder zum Thema Suchterkrankungen in der Familie
Wie kann man Alkoholsucht verhindern?
Es gibt viele wirkungsvolle Massnahmen, um einer Sucht vorzubeugen (Suchtprävention). Sie setzen auf zwei Ebenen an. Bei den gesellschaftlichen Verhältnissen und beim persönlichen Verhalten.
Es ist wissenschaftlich sehr gut belegt, dass folgende Massnahmen riskanten Alkoholkonsum vermindern und präventiv wirken:
- Den Verkauf von Alkohol beschränken (z. B. Verkauf an Minderjährige verbieten, Verkaufszeiten und Verkaufsstellen begrenzen)
- Preise erhöhen. Das gilt insbesondere bei Billigalkohol, der v.a. für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv ist
- Werbung beschränken oder verbieten
- Alkohol im Strassenverkehr limitieren und kontrollieren (Zufallskontrollen, Nulltoleranz bei jungen und professionellen Lenkenden etc.)
- Information und Aufklärung über Risiken
- Beratung und Suchtbehandlungen leicht zugänglich machen
- Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen, etwa in Betrieben, Schulen und Gemeinden
Wer nur selten und nur kleine Mengen Alkohol trinkt, hat ein geringes Risiko, suchtkrank zu werden. Folgende Massnahmen auf persönlicher Ebene tragen zu einem risikoarmen Konsum bei:
- Entwicklung und Stärkung von Lebenskompetenzen wie z. B. Gefühle regulieren, Stress bewältigen, kreativ und kritisch denken, Probleme lösen, Frust aushalten, sich in andere einfühlen, kommunizieren
- Stärkung von verlässlichen und guten Beziehungen (in Schule, Familie, Partnerschaft, Freundschaft, Beruf etc.).
Sucht entsteht nie aus nur einem Grund und es gibt keine einfachen Rezepte, wie Sucht verhindert werden kann. Es ist jedoch wissenschaftlich belegt, dass Jugendliche weniger häufig ein Suchtproblem entwickeln,
- wenn sie eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Eltern haben.
- wenn ihre Eltern Bescheid darüber wissen, was die Kinder in ihrer Freizeit unternehmen und mit wem sie unterwegs sind.
- wenn ihre Eltern Regeln zum Alkoholkonsum mit den Kindern vereinbaren.
- wenn sie spät mit dem Alkoholtrinken beginnen.
- wenn die Eltern einen massvollen Konsum vorleben.
Lesen Sie auch unsere Broschüre zum Thema
Was sind die Risiken von Alkoholkonsum?
Alkohol ist in der Schweiz sowohl Genuss- als auch Rauschmittel. Dies macht den Umgang damit besonders anspruchsvoll.
Alkohol kann abhängig machen. Der anonyme Selbstcheck «Alkohol» hilft, das persönliche Risiko dafür besser einzuschätzen.
Risikofaktoren für Abhängigkeitsentwicklungen sind:
- Zunehmende Trinkmenge und -häufigkeit
- Täglicher Konsum
- Trinken, um mit negativen Gedanken, Belastungen (z.B. Stress) oder psychischen Erkrankungen umzugehen
- Genetische Vulnerabilität
- Früher Konsumeinstieg
Neue Untersuchungen zeigen: Alkoholkonsum ist riskant für die Gesundheit. Wer jeden Tag ein alkoholisches Getränk (3 dl Bier, 1 dl Wein, 0,3 dl Schnaps) konsumiert, hat ein erhöhtes Krebsrisiko, insbesondere für Speiseröhren-, Mundhöhlen-, Dickdarm-, Brust- und Leberkrebs.
Nach heutigem Wissensstand hat Alkohol keine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Die frühere Annahme, geringe Mengen Alkohol könnten das Herz schützen, gilt heute als widerlegt. Ein übermässiger Alkoholkonsum ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. So werden zum Beispiel das Herz und der gesamte Kreislauf, die Leber, das Gehirn und weitere Organe geschädigt.
Übermässiger Alkoholkonsum verursacht zahlreiche soziale Probleme und führt z. B. zu belasteten familiären Verhältnissen, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Unfällen. Schweizweit sind schätzungsweise zehntausende Kinder durch die Alkoholsucht eines oder beider Elternteile betroffen. Viele leiden im Stillen und kämpfen häufig als Erwachsene mit Problemen.
Alkoholkonsum verursacht in der Schweiz hohe gesellschaftliche Kosten. Dazu gehören Gesundheitsausgaben, Kosten durch Unfälle sowie Produktivitätsverluste aufgrund von Krankheit, Arbeitsausfällen und vorzeitigen Todesfällen. Schätzungen für die Schweiz gehen von rund 2,8 Milliarden Franken Franken alkoholbedingter gesellschaftlicher Kosten pro Jahr aus.
Wie kann man risikoarm Alkohol konsumieren?
Grundsätzlich gilt: Je häufiger und je mehr Alkohol man trinkt, desto grösser werden die gesundheitlichen Risiken. Darum empfehlen Fachleute: Weniger ist besser. Für die Gesundheit ist es am sichersten, keinen Alkohol zu trinken.
Wenn man Alkohol trinkt, sollte man vorher genug essen und Wasser dazu trinken. Ausserdem sollte man Alkohol nicht mit Medikamenten oder anderen Suchtmitteln kombinieren.
In bestimmten Lebenssituationen sollte man ganz auf Alkohol verzichten:
- in der Kindheit und Pubertät, weil Alkohol die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen kann,
- während der Schwangerschaft und Stillzeit, weil Alkohol dem Kind schadet,
- bei Einnahme von Medikamenten, weil problematische Wechselwirkungen möglich sind,
- beim Lenken von Fahrzeugen, bei risikoreichen beruflichen Tätigkeiten oder bei sportlichen Aktivitäten, weil mit Alkohol Unfälle zunehmen,
- wenn man Alkohol trinkt, um Stress, Sorgen, Einsamkeit oder Langeweile zu bewältigen, weil Alkohol solche Probleme langfristig verstärken kann.
Wie erkennt man eine Alkoholabhängigkeit?
Eine Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die nur durch eine Fachperson diagnostiziert werden kann. Gemäss dem Internationalen Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen (ICD-10) müssen für eine Suchtdiagnose innerhalb der letzten 12 Monate mindestens drei der folgenden Symptome erfüllt sein:
- Starker Wunsch oder Zwang zu Trinken
- Kontrollverlust in Bezug auf Konsumzeit und -menge
- Mindestens ein körperliches Entzugssymptom bei Konsumreduktion
- Toleranzentwicklung (es braucht immer mehr Alkohol, um die gewünschte Wirkung zu erzielen)
- Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Trinkens
- Anhaltendes Trinken trotz eindeutiger Folgeschäden
Unser Selbstcheck bietet die Möglichkeit, den eigenen Konsum kritisch zu beleuchten.
Was kann man tun, bei Alkoholsucht?
Die Alkoholsucht ist eine sehr gut erforschte Krankheit. Ein Ausstieg aus der Sucht ist möglich. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die auf die Persönlichkeit der Betroffenen sowie ihre Situation eingehen. Beratungsangebote stehen übrigens nicht nur Suchterkrankten offen, sondern unterstützen auch Angehörige im Umgang mit ihrer oftmals sehr belastenden Situation. Beratungsfinder öffnen
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